
Seit dem 1. Januar 2024 ist Pôle emploi zu France Travail geworden. Diese Namensänderung ging mit einer schrittweisen Überarbeitung der digitalen Werkzeuge, der Anmeldeformulare und der Kriterien für die Jobsuche einher. Bis 2026 werden mehrere regulatorische Änderungen, darunter die Umsetzung einer europäischen Richtlinie zur Lohntransparenz, die Art und Weise, wie die Kriterien erfasst werden, sowohl auf der Seite der Arbeitssuchenden als auch auf der Seite der Arbeitgeber grundlegend verändern.
Europäische Richtlinie 2023/970 und Formulare von France Travail: was sich konkret ändert
Der am wenigsten behandelte Aspekt in den offiziellen Mitteilungen betrifft die direkte Auswirkung der europäischen Richtlinie 2023/970 auf die Erfassungswerkzeuge von France Travail. Diese Richtlinie, die bis zum 7. Juni 2026 in französisches Recht umgesetzt werden muss, legt zwei Verpflichtungen fest, die die Formulare verändern werden.
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Erste Verpflichtung: jede Stellenanzeige muss ein Gehalt oder eine Gehaltsspanne angeben. Arbeitgeber, die ein Angebot über France Travail einstellen, müssen dieses Feld ausfüllen, unabhängig von der Unternehmensgröße. Bisher war die Angabe des Gehalts in vielen Anzeigen freiwillig. Das wird nicht mehr der Fall sein.
Zweite Verpflichtung: die Gehaltshistorie der Bewerber darf nicht mehr angefordert werden, auch nicht in den Online-Bewerbungsformularen. Die Felder zu früheren Gehältern, die in einigen Bewerbungsabläufen noch vorhanden sind, müssen entfernt oder deaktiviert werden. Um die Auswirkungen auf die Erfassung der Kriterien bei France Travail zu verstehen, muss man das Ausmaß der technischen Anpassung, die dies mit sich bringt, erfassen.
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Diese beiden Änderungen sind nicht kosmetischer Natur. Sie verändern die Struktur der Daten, die bei der Angebotsabgabe und bei der Bewerbung erfasst werden, mit Auswirkungen auf das algorithmische Matching zwischen Angeboten und Profilen.

Kriterien für die Jobsuche: Anpassungen im Bewerbungsprozess 2026
Auf der Seite der Arbeitssuchenden hat sich die Erfassung der Suchkriterien bereits mit dem Übergang zu France Travail weiterentwickelt. Das Anmeldeformular enthält nun präzisere Felder zu den beruflichen Projekten, den übertragbaren Fähigkeiten und der geografischen Mobilität.
Für 2026 gehen die Rückmeldungen aus der Praxis über die tatsächliche Fluidität dieser digitalen Abläufe auseinander. Einige Berater berichten, dass die Arbeitssuchenden Schwierigkeiten haben, ihre Erfahrungen in vom Matching-Algorithmus verwertbare Fähigkeiten zu übersetzen. Das Problem ist nicht nur technischer Natur: Es betrifft die Art und Weise, wie ein atypischer Berufsweg oder eine Umschulung in vordefinierten Feldern kodiert wird.
Die Richtlinie zur Lohntransparenz wird den Bewerbern auch ein neues Recht einräumen: die objektiven Kriterien zu erhalten, die zur Festlegung des Gehalts einer Stelle verwendet werden. Diese Informationen, die bisher selten zugänglich waren, könnten langfristig in den auf der Plattform France Travail einsehbaren Stellenanzeigen aufgeführt werden. Die verfügbaren Daten erlauben es noch nicht, den genauen Zeitplan für die Integration dieses Rechts in die Bewerberoberfläche zu bestätigen.
BMO-Umfrage 2026: Der Kontext des Arbeitsmarktes hinter den Kriterien
Die Erfassungskriterien funktionieren nicht im luftleeren Raum. Sie sind Teil eines Arbeitsmarktes, dessen Konturen die Umfrage zu den Arbeitskräften (BMO) 2026 zeichnet. France Travail kündigt 2,28 Millionen Rekrutierungsprojekte für 2026 an, was einem Rückgang von 6,5 % im Vergleich zu 2025 entspricht. Diese Verlangsamung ist jedoch doppelt so gering ausgeprägt wie die im Vorjahr beobachtete.
Bemerkenswerte Daten: weniger als ein Rekrutierungsprojekt von zwei wird 2026 als schwierig angesehen, bei 43,8 %, gegenüber 50,1 % im Jahr 2025. Dieser Rückgang der Spannungen mag ermutigend erscheinen, verdeckt jedoch starke sektorale Unterschiede.
Die gefragtesten Berufe und ihr Zusammenhang mit der Erfassung von Kriterien
Die Berufe mit den meisten Einstellungsabsichten verdeutlichen gut die Frage der Kriterien. Zu den am meisten gesuchten Stellen gehören:
- Küchenhilfen und vielseitige Mitarbeiter in der Gastronomie, mit über 97.000 Rekrutierungsprojekten. Diese Berufe erfordern Kriterien zur zeitlichen Verfügbarkeit und zur lokalen Mobilität, die das aktuelle Formular manchmal nur schwer präzise erfassen kann.
- Servicemitarbeiter in Cafés und Restaurants, mit fast 94.000 Projekten. Die Saisonalität dieser Berufe macht die Erfassung von Kriterien zur Vertragsdauer und zur Verfügbarkeit besonders sensibel.
- Reinigungsmitarbeiter und Pflegehilfen, Bereiche, in denen geografische Kriterien und Mobilitätsanforderungen eine entscheidende Rolle beim Matching zwischen Angebot und Bewerber spielen.
Für diese Berufe mit hohem Bedarf bestimmt die Genauigkeit der vom Arbeitssuchenden und vom Arbeitgeber erfassten Kriterien direkt die Effizienz des automatischen Matchings. Ein falsch ausgefülltes Kriterium, ein zu eng gefasster geografischer Bereich oder eine fehlende Gehaltsspanne reichen aus, um einen Bewerber von relevanten Angeboten auszuschließen.

Arbeitslosengeld und Aussetzung: die andere Seite der erfassten Kriterien
Die Erfassung der Kriterien betrifft nicht nur die Jobsuche. Sie hat auch Auswirkungen auf den Erhalt von Arbeitslosengeld. Die Kriterien für die aktive Jobsuche, die Art des akzeptierten Vertrags und der geografische Umfang, die vom Arbeitssuchenden angegeben werden, dienen als Referenz bei den Kontrollen der Jobsuche.
Ein Arbeitssuchender, der seine Kriterien als übermäßig einschränkend erachtet, zum Beispiel indem er jede Stelle, die mehr als zehn Kilometer entfernt ist, ablehnt oder bestimmte Vertragsarten ausschließt, riskiert eine Aussetzung seiner Leistungen nach einer Aufforderung. Die Grenze zwischen legitimen und zu restriktiven Kriterien bleibt in der Praxis unklar, und die Rückmeldungen aus der Praxis variieren je nach Agentur.
Das Finanzgesetz 2026 hat außerdem Anpassungen bei der Finanzierung der beruflichen Weiterbildung eingeführt, was indirekt die den Arbeitssuchenden bei der Eingabe ihres Projekts angebotenen Wege verändert. Die im Formular angezeigten Umschulungsoptionen hängen teilweise von den Budgets ab, die den Ausbildungsprogrammen zugewiesen werden, die jedes Jahr überprüft werden.
Berufliche Weiterbildung und Aktualisierung des Projekts
Bei jeder monatlichen Aktualisierung kann der Arbeitssuchende seine Suchkriterien und sein berufliches Projekt ändern. Im Jahr 2026 wird die regelmäßige Aktualisierung der Kriterien zu einem konkreten Hebel für den Zugang zu besser zugeschnittenen Angeboten, insbesondere in den Industriebereichen, die einen Anstieg der Einstellungen verzeichnen.
Der Übergang von Pôle emploi zu France Travail ist nicht nur ein Wechsel des Namens. Die Überarbeitung der Erfassungskriterien, beschleunigt durch die europäischen Verpflichtungen zur Lohntransparenz und durch die Entwicklung des Arbeitsmarktes, gestaltet den Weg des Arbeitssuchenden ebenso neu wie den des Arbeitgebers. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich diese neuen Regeln in den digitalen Schnittstellen der Plattform niederschlagen werden.